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Zusammenarbeit und Mut zu Neuerungen - VENDING Management führt ein Interview mit Michael Geile

01.04.2015
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Geile Warenautomaten GmbH ist eines der beiden großen Familienunternehmen in Deutschland im Bereich Public Vending. Der überregional tätige Betrieb sieht sich als Lösungsanbieter, der flexibel auch auf besondere Situationen reagieren kann. Michael Geile, der gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang und seiner Schwester Christine die Geschäftsleitung innehat, stand VENDING Management für ein Interview zur Verfügung.

 

Was unternehmen Sie, um diese Position zu halten?

Mein Vater hat in den 70er-Jahren die Automaten von Stollwerck Schokolade übernommen, da die Firma Stollwerck nicht mehr Automatenbetrei­ber, sondern fortan nur noch Schokola­denhersteller sein wollte. Das war quasi der Anfang von Geile Warenautomaten.

Neben den Snackautomaten haben wir natürlich auch Kaltgetränkeautoma­ten in unser Sortiment aufgenommen sowie Kaffeeautomaten, die immer pa­rallel mit den Warenautomaten mitentwi­ckelt wurden. Dabei sind wir antizyklisch gewachsen, gegen den Trend der Branche, da andere Operatoren sich im Allgemeinen andersherum entwickelt haben.

Wir sehen den Vending-Markt noch als unterentwickelten Markt an. So wie der Markt sind auch wir stetig am Wach­sen, kaufen beispielsweise immer wieder Firmen dazu. Darüber hinaus haben wir einen guten Kundenservice und arbeiten mit Kollegenfirmen zusammen. Ergänzend dazu haben wir uns seit etwa 15 Jahren ein gut gewachsenes Netzwerk aufgebaut, in welches wir uns einbringen und im Ge­genzug auch davon profitieren.

 

Was sind die Besonderheiten in Ihrem Hause?

Mit jedem unserer Mitbewerber starten wir zunächst einmal den Versuch der kollegi­alen Zusammenarbeit. Das haben wir im­mer schon so gemacht. Wenn der Mitbe­werber nicht mit uns arbeiten will, dann ist das natürlich sein gutes Recht. Die Zusam­menarbeit im Bereich Kunden, Informatio­nen oder auch Technik macht aber durch­aus Sinn und ist eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Daraus ist auch unser Großhandelsge­schäft gewachsen, in dem wir heute mehr können, als jeder andere Lieferant: Wir bieten die komplette Vending-Lösung aus einer Hand - vom Automaten ( zum Kauf oder zur Miete) über die Füllprodukte und den Einbau technischer Innovationen ( wie bargeldloser Zahlungssysteme) bis hin zur Aufstellung der Geräte, auch mit Spezial­treppenliftsystemen. Daher bieten wir weit mehr als reine Hersteller von Schokorie­geln oder Automaten.

 

Was macht Sie zu einem innovativen Operator?

Dass wir einfach immer wieder Neues aus­probieren, egal ob neue Artikel oder tech­nische Innovationen. Wir waren zum Bei­spiel die erste Firma, die in Deutschland mit den Sparkassen „girogo" initiierte, das kontaktlose Bezahlen mittels EC-Karte. Da­bei gehen wir stets unvoreingenommen an Neues heran, denn die Erfahrung zeigt: Was vor zwei Jahren noch falsch war, kann mittlerweile richtig sein.

 

Sie haben Automaten von Wurlitzer und Sielaff im Angebot. Warum haben Sie sich für diese Automaten entschieden?

Ausschlaggebend war die Qualität der Automaten, eine extrem belastbare Quali­tät, die wenige Störungen aufweist und so­mit Grundlage für eine hohe Kundenzu­friedenheit ist. Vor zehn Jahren haben wir zudem die  Incup-Automaten für uns entdeckt und daraufhin mit Sielaff 2012 sogar einen eigenen Automaten mit Incup- System entwickelt. Diese Automaten funktio­nieren hervorragend - wir haben in die­sem Jahr bereits über 55 Millionen Tas­sen verkauft.

 

Auf welche technischen Besonder­heiten legen Sie bei Ihren Automa­ten wert?

Wichtig ist uns eine robuste Laufstabilität.

 

Wie sorgen Sie dafür, dass Ihre Getränke- (und Snack-)Automaten zu Profitcentern werden?

Wir arbeiten mit einem Provisionssys­tem. Daher sind alle Beteiligten daran interessiert, dass die optimalen Füllprod­ukte in den Geräten optimal angeboten werden. Bei Standorten mit eher weibli­chem Publikum sind dies typische Pro­dukte für Frauen wie Mineralwasser, diätische Getränke oder gesunde Snacks. Dort, wo mehr Männer den Automaten nutzen, laufen eben Coca-Cola, schwar­zer Kaffee und Schokoriegel wie Mars oder Snickers besonders gut.

 

Worauf achten Sie bei der Standort­auswahl, beim „In-Szene-Setzen" des Automaten...?

Hier haben wir selbst keine großen Mög­lichkeiten, denn die Standorte werden uns von den Stellplatzgebern meist vor­gegeben. Wir lieben helle, weiße Auto­maten, die schon von außen ein positi­ves und sympathisches Erscheinungsbild zeigen. Wenn ein Automat schon von außen schmutzig ist, lässt er auch innen nicht viel Gutes erwarten.

 

In welchem Rhythmus werden die Automaten gewartet, moder­nisiert bzw. gegen neue Modelle ausgetauscht?

Gewartet werden die Geräte je nach Ein­satz und Standort, dazu gehören viele be­einflussende Faktoren: Am Bahnhof, in einem eher schmutzigen Umfeld, muss ein Kühlsystem beispielsweise häufiger gewartet werden als in einem medizi­nischen Betrieb. Bei Heißgetränkeauto­maten muss man zudem die verschie­denen Härtegrade des Wassers beachten. Modernisierung bzw. Austausch eines Gerätes erfolgt im Allgemeinen nach Kundenwunsch oder wenn wir selbst einen höheren technischen Verschleiß feststellen. Schließlich sollen die Endver­braucher einen möglichst perfekt funkti­onierenden Automaten nutzen können.

 

Wie planen Sie Ihre Routen und wie reagieren Sie im Bereich der Logistik auf Veränderungen?

Je nach dem Einsatz der Geräte ergibt sich automatisch eine gewisse Routen­führung. Wenn diese an einzelnen Stel­len unlogisch wird, man zum Beispiel die optimale Anfahr-Reihenfolge auf­brechen muss, weil in einem Automaten zwischenzeitlich die Ware ausgeht, setzen wir beispielsweise ein größeres Gerät ein, damit der Aufstellplatz wieder in die logi­sche Reihenfolge der Anfahr-Kette passt. Beachten muss man bei der Bestückung der Automaten auf der Tour jedoch das Mindesthaltbarkeitsdatum der Waren.

 

Was sind aus Ihrer Sicht aktuelle Trends - welche Füllprodukte suchen die Kunden heute am Automaten? Bieten Sie hier an unterschiedlichen Standorten verschiedene Spezialitäten an?

Wir optimieren die Automaten nach Kundenwünschen vor Ort, soweit dies vom Sortiment her möglich ist. Durch unsere jeweils in der Region ansässigen Betreuer können wir auch entsprechen­de regionale Spezialitäten anbieten.

 

Wie sehen Sie den Vending-Markt im Allgemeinen? Welche Probleme, Ent­wicklungsmöglichkeiten und Potenziale hat die Branche?

Der Markt ist noch in der Entwicklung. Wir haben im vergangenen Jahr 500 Au­tomaten aufgestellt und auch in diesem Jahr wieder 500 Automaten. Daher wür­de ich sagen, dass definitiv noch Poten­zial vorhanden ist. Das typisch deutsche „automatenfeindliche" Verhalten ist ein­deutig am Aufweichen.

 

Welche Tipps können Sie Kollegen geben, um als Operator generell wettbewerbsfähig zu bleiben?

Für uns hat das Thema Zusammenarbeit eigentlich bisher immer gut funktioniert. Jeder Kollege ist jederzeit herzlich dazu willkommen und kann die individuelle Form der Zusammenarbeit definieren.

Quelle: VENDING Management
http://www.vending-management.de